Hufbearbeitung nach den natürlichen Grenzen des Hufs
Der Huf selbst zeigt uns an, wo und wie er gekürzt werden möchte. An der Form des fälligen Hufs lässt sich ablesen, wie der Huf im vergangenen Intervall genutzt wurde, ob der Intervall zu lang oder die Bearbeitung nicht ausreichend gewesen ist. Wenn der Huf erst „fällig“ aussieht, ist im Prinzip schon Schaden erstanden. Bestenfalls sieht der Huf während des gesamten Intervalls relativ „frisch“ bearbeitet aus. Die Hufpflege heißt Huf-Pflege, sollte also nicht nach zu langen Intervallen eine Huf-Restauration werden. Kleine Korrekturen sollten den Huf in Form halten, brauche ich die Zange zum Einkürzen, sind wir drüber. Nur so kann sich ein leistungsstarker Barhuf entwickeln, der stabil in seinen Strukturen zusammen hält. Hufbearbeitung ist genau wie bodenständiges Training keine Aufsehen erregende Sache die viel Späne macht. Erst, wenn längere Zeit nachlässig gehandelt wurde, entwickeln sich Probleme am Huf und am Pferd darüber. Erschwerend kommen heute Pferde dazu, die besonders engmaschig betreut und trainiert werden müssten, um keine größeren Probleme zu bekommen.
Jeder freut sich über mobile, leicht zu reitende Pferde, die nicht „zu stark“ sind, wundert sich aber auf der anderen Seite über schiefe Hufe, und Pferde, die manchmal schon vor dem Anreiten die ersten Befunde haben. Leichte, bewegliche Pferde sind nicht „stabil“, und nicht stabile Pferde sind naturgemäß deutlich schiefer. Hier kann die Hufbearbeitung allein nicht die Antwort auf alles sein, hier muss ein gutes Training eine gute Hufbearbeitung erst möglich machen, das Gleiche gilt aber auch anders herum.
Um ordentlich arbeiten zu können, benötige ich einen wettergeschützten, trockenen Arbeitsplatz, der gut erreichbar ist, ein kooperatives Pferd und ebenen Boden. Sollte das Pferd die Arbeit mit einem Akku-Hufschleifer nicht gewohnt sein, sollte es unbedingt daran gewöhnt werden, um auch bei steinharten Sommer- oder Frosthufen gute Arbeit leisten zu können. Für das Pferd ist die Bearbeitung so schonender, und für meine Gesundheit und Gelenke sowieso. Ich möchte den Pferden noch sehr lange helfen können.



